Intermission

"Dann mach doch kurz die Augen zu," sagt er, "ich bleibe da, oder vielleicht bin ich im Nebenzimmer." "Dann muss ich mich damit beschäftigen, was das Nebenzimmer ist." "Dann schauen wir eben einen Film." "Gut! Gehen wir ins Kino. Da gibt es kaum Zwischenpausen und keine Foyers mit Spiegelwänden." "Hüte dich vor dem Anekdotischen," flüstert er mir im kurzen Intervall ohne Licht zwischen der Werbung und dem Filmbeginn zu. Ich erzähle ihm kurz von der Therme, breche ab und entschuldige mich für den Blödsinn. "Sei vorsichtig," sagt er. "Aber nicht zu sehr," fügt er hinzu, als der Held mit der Heldin zu einer Cocktailparty aufbricht und man sieht, wie sie in den dünnen Strümpfen und Stöckeln leicht zittert. Als wäre ich sie, legt er eine Hand vorsichtig auf mein Knie, als wäre er jemand anderer. Sie stolpert und lacht mit einem großen, roten Mund voll weißer Zähne und schwarzem Mundgeruch.

(c) AusnahmeVerlag & Ann Cotten
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