Konzentration

Hin und wieder sehen wir die Anzeigenteile durch, laufen durch Flatrates und Flohmärkte mit den Augen darauf aus, üben ihre Verfolgung mit lieben Freunden, zerkauen Unmengen von Stiften im Versuch, es wenigstens als Rohstoff zu erzeugen. Nichts. Aber wir kauen nicht an unseren Fingernägeln, das kriegen wir nicht auf die Reihe. Immer wieder von vorne der Versuch, bis zehn zu zählen. Von eins bis zehn. Darüber geht sie Sonne unter, lässt Zeit zurück. Vom Morgen bis zum Abend ist immer alles neu, und wir wissen es noch immer. Nichts überstürzen, nichts versäumen, keine Angst haben, keine Zukunft haben. Es könnte gehen, und deswegen scheren wir immer wieder im letzten Augenblick aus, um uns diese Möglichkeit des Klappens zu bewahren. Scheuklappen, Freudewiehern, das Jauchzen der Eigenpeitsche, das Frohbier am Ende der Straßenfluchten.

(c) AusnahmeVerlag & Ann Cotten
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